Anbauregionen

Tee aus der Türkei
In der Türkei wird Tee in der östlichen Schwarzmeer-Region rund um die Stadt Rize angebaut. Erntezeit ist drei Mal im Jahr von Mai bis Oktober.
Türkischer Tee ist aufgrund der geografischen Lage besonders leicht und wenig ergiebig.
Der Tee ergibt eine hellbraune Tasse, er ähnelt dem in Argentinien angebauten Tee.
Tee aus Afrika
Kenia liegt in Ostafrika beiderseits des Äquators und besitzt eine ca. 400 km lange Küste am Indischen Ozean. Von dieser Küste steigt das Land allmählich bis auf 1500-2000 m an. Das Hochland trägt fruchtbare vulkanische Böden. Das Aberdare-Gebirge überragt das Hochland im südlichen Teil. Es bildet den Ostrand des Ostafrikanischen Grabens, an dessen beiden Seiten in Lagen über 1000 Meter 800 bis 1900 mm Niederschlag pro Jahr fallen. (Als Vergleich: Der Niederschlag beträgt in Deutschland pro Jahr 766 mm). Zwischen 1921 und 1925 wurden hier die großen Teeplantagen Kenias angelegt, die noch heute führend in der Teeproduktion sind. Aus Afrika stammen ca. 15 % der Welt-Teeproduktion.
Kenia-Tee ist sehr kräftig und würzig, mit einem kupferroten Aufguss.
Tee aus Indien - Darjeeling
Darjeeling ist eine Stadt im Staat Westbengalen in Indien, nach der das berühmte Teeanbaugebiet benannt wurde. Die Darjeeling-Plantagen liegen bis 2000 m hoch an den Südhängen des Himalaya-Gebirges. Hier wachsen, begünstigt durch kühle Nächte und intensive Gebirgssonne, die edelsten und kostbarsten Tees der Welt. Die Höhe der Plantagen bewirkt einen langsameren Blattwuchs. Dies führt zu einem besonders intensiven, lieblichen Aroma der Teeblätter.
Darjeeling gilt als der Champagner der Tees und viele der ca. 100 Teegärten sind so berühmt wie die guten Weinlagen Frankreichs.
Zwei Sorten werden unterschieden: die Frühlingspflückung (First Flush) und die Sommerpflückung (Second Flush). Der First Flush ist leicht, blumig und ergibt einen hellen Aufguss. Der Second Flush ist vollmundiger, kräftiger und würziger im Aufguss. Er besitzt ein hocharomatisches Muscatel-Flavour.
Die nach dem Monsun im Herbst erfolgende Ernte ergibt die sogenannten Autumnal-Tees mit einem lieblichen Aroma und einer leichten "Tasse".
Übrigens: Zwei der ältesten Pflanzungen in Darjeeling, "Steintal" und "Happy Valley", sind vor langer Zeit von deutschen Missionaren gegründet worden.
Tee aus Indien - Assam
Assam, ein Staat Indiens, umfasst das breite Niederungsland zu beiden Seiten des Brahmaputra. Im Norden wird es von den Ketten des östlichen Himalayas begrenzt. Die Hochebene Assam ist das größte zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt.
Assam-Tee ist malzig und gehaltvoll mit dunklem Aufguss, der aufgrund seiner besonderen Würze für Teemischungen (z.B. als Basis des Ostfriesentees) und für Beuteltees verwendet wird.
Tee aus Ceylon
Der Tee aus dem heutigen Sri Lanka wird traditionell nach dem alten Landesnamen Ceylon benannt.
Im südlichen Teil der Insel erhebt sich im Innern das Hochland von Nuwara Eliya mit seiner höchsten Erhebung von 2525 m (Pidurutalagala). Im Osten des Hochlandes liegt das Gebiet von Uva und Uda Püsselawa, im Westen das von Dimbula und Dickoya.
Die Erntezeit auf Ceylon ist ganzjährig. Die besten Qualitäten im Osten (Uva) werden in der dortigen Trockenzeit von Juni bis September erreicht, während im Westen der Monsun den Regen bringt. Umgekehrt werden im Westen (Dimbula und Dickoya) die besten Qualitäten in der trockenen Zeit von Dezember bis März erzielt, während der Monsunregen im Osten fällt.
Der Geschmack ist frisch-herb, der Aufguss golden, man sagt: "Er steht golden in der Tasse." Der Tee aus der Nuwara-Eliya-Hochebene zeichnet sich durch einen sehr hellen Aufguss aus.
Tee aus China
In China wird Grüner Tee schon seit ca. 5.000 Jahren kultiviert. Bis ins 19. Jahrhundert war das Reich der Mitte der einzige Tee-Exporteur weltweit. Heute ist China mit einer Jahresproduktion von ca. 1 Mio. Tonnen Tee der größte Teeproduzent (Quelle: Deutscher Teeverband e.V.).
Der Tee wird in allen südlichen und mittleren Provinzen, größtenteils in Großplantagen, angebaut.
Das chinesische Teeangebot ist sehr vielfältig, es reicht von Grünem Tee über halbfermentiertem Oolong bis zu Schwarzem Tee, der allerdings weniger von den Chinesen selbst konsumiert wird.
Aufgrund der Vielfalt weisen die chinesischen Teesorten die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen auf.
Tee aus Indonesien - Java
Auf Java, der kleineren der Großen Sundainseln mit tropischem Klima, ziehen sich die Teeplantagen von Ost nach West durch die Insel auf den Vulkanböden des Pengalengan-Plateaus.
Der Tee ist fruchtig-mild im Geschmack und hellbraun im Aufguss.
Java-Tee wird ganzjährig geerntet.
Tee aus Indonesien - Sumatra
Sumatra, die zweitgrößte Insel des Malaysischen Archipels, liegt im Gebiet des Äquators mit tropischem Klima und meist ganzjährigen Niederschlägen.
An der Westküste erstrecken sich steil abfallend das südliche Barisa- und nördlich daran anschließend das Pegunungan-Gebirge vulkanischen Ursprungs mit einzelnen noch tätigen Vulkanen.
Die Teeplantagen sind hier im Gebiet des ursprünglichen tropischen Regenwaldes angelegt. Im Nordosten, am Ostrand des Gebirges, findet sich noch ein kleineres Teeanbaugebiet in der Nähe von Deli und Medan. Geerntet wird hauptsächlich ein guter Mischtee von ganzjähriger Stabilität.
Tee aus Formosa
Auf Formosa (heute Taiwan) wird seit mehr als 300 Jahren Tee angebaut. Die Hauptanbaugebiete liegen in den Regionen um Taipai, Taoyuand und Hsinchu, außerdem in den nördlich gelegenen Höhenzügen. Geerntet wird sechsmal im Jahr. Bei Teekennern werden vor allem die Oolong Tees geschätzt, deren Herstellung sehr aufwendig ist und einen qualitativ hochwertigen Tee erzeugt. Diese Tees, die nur in geringer Menge zur Verfügung stehen, erzielen Höchstpreise bei Kennern und Teeliebhabern.





